2017.11.20
Unsere Einrichtungen
13. június 2017.
Oltalom Krankenhaus



Träger: Karitativer Verein Oltalom
Name der Einrichtung: Oltalom Krankenhaus,
Leiter der Einrichtung: Dr. József Olasz,
Adresse: H-1086 Budapest, Dankó utca 9,
Telefonnummer: +36-1-210-5400/ App. 116, 118, E-mail: korhaz@oltalom.hu


Bei der Schaffung unseres ursprünglich für 20 Betten geplanten, schließlich mit 30 Betten eingerichteten Krankenhauses hat die Unterstützung, die die Inter-Europa Bank bzw. das Gesundheitsministerium in Form von Fördergeldern geleistet haben, eine große Hilfe bedeutet.

Bei der Einrichtung erhielten wir auch von der Hauptstadt Unterstützung und das Krankenhaus wurde zu Weihnachten 1994 durch den Oberbürgermeister eingeweiht.

Im Februar 1995 konnten wir die ersten Patienten aufnehmen. Im Jahr 2003 gelang es, weitere 21 Plätze zu schaffen, diese dienen der Rehabilitation für psychisch kranke Obdachlose.


Finanzierung:

Im ersten Jahr unterhielten wir die Einrichtung mit Fördergeldern, wir hatten jedoch bereits vor der Eröffnung die Registrierung durch die Krankenkasse beantragt.

Zu Sylvester 1996 wurde bei der Krankenkasse die Finanzierung von 30 Betten angenommen, heute sind es bereits 40 Betten. Die verbleibenden 11 Betten finanzieren wir mit Hilfe von Spenden und hoffen, dass auch diese Betten einmal von der Krankenkasse übernommen werden.


Mitarbeiter:

13 haupt- und nebenamtliche erfahrene, fachlich gut ausgebildete Ärzte (Fachprüfung in Innerer Medizin, Kinderheilkunde, Psychiatrie, Neurologie, Chirurgie, Gefäßchirurgie, plastische Chirurgie, Anaesthesiologie und Intensivmedizin, Radiologie, Gastroenterologie, Zahn- und Mundmedizin, Dermatologie, Bakteriologie, Pathologie, Berufsmedizin, Hausarzt), den Vorschriften entsprechend ausgebildetes Pflegepersonal und andere Mitarbeiter (Sozialarbeiter, Psychologe, Krankengymnast) leisten eine ausgezeichnete Arbeit auf hohem Niveau.


Typische Krankheiten:

Sehr zutreffend ist der Ausspruch, dass nicht jeder Kranke obdachlos, aber jeder Obdachlose krank ist. Unserer Erfahrung nach sind die Obdachlosen nicht einfach nur krank, sondern die meisten von ihnen leiden an mehreren Krankheiten gleichzeitig. Aus unseren Untersuchungen (928 Fälle) hat sich ergeben, dass mehr als 50% der Patienten (480 Personen) schwer alkoholkrank sind. Unter unseren Patienten waren es insgesamt nur 5 Personen, die vollkommen abstinent waren oder Alkohol nur sehr selten getrunken haben. Bei den schwer Alkoholkranken finden sich erhöhte Enzymwerte, Lebervergrößerung bzw. Läsion, Predelyrium, Delyrium, Neuropathie, Pellagra und andere Alkoholsymptome. Eine große Zahl der Patienten (173 Fälle) leidet an verschiedenen Hautkrankheiten. Als Auslöser dafür sind mangelhafte Körperhygiene, Mangelernährung und chronischer Alkoholverzehr anzusehen. Wir haben 169 Personen mit traumatischen Verletzungen behandelt, es stellt keine Überraschung dar, dass die Ursache dafür in so gut wie allen Fällen der Alkohol war. Auch viele Patienten (163 Personen) mit kardiovaskulären Krankheiten waren in unserem Krankenhaus. Unter ihnen gab es junge, auf eine Herzklappenoperation wartende Menschen, Patienten nach einer Coronaria-Bypass-Operation, auf eine Gefäßoperation wartende Patienten mit peripherem Gefäßverschluss, sowie Patienten nach einer Operation. Sehr viele Patienten leiden an peripheren Kreislaufkrankheiten, in den meisten Fällen liegt die Ursache dafür beim Rauchen. Ganz sicher wurden Verschlechterung des Zustandes und Herausbildung der Krankheit durch die widrige Lebensweise verursacht (viele dieser Patienten waren gezwungen, sich auch im kältesten Winter 24 Stunden lang auf der Straße aufzuhalten).


115 Personen wurden wegen Erkrankungen der Luftwege behandelt, auch hier betrachten wir als wahrscheinlichste Ursache das starke Rauchen. Die häufigste Grunderkrankung waren Emphysem und chronische Bronchitis.


Da wir in unserem Krankenhaus nur männliche Patienten behandeln, können wir sagen, dass mit Ausnahme gynäkologischer Krankheiten bei unseren Patienten schon alle Krankheiten vorgekommen sind. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchten wir hervorheben, dass wir, obwohl es eine internistische Spezialstation in Budapest gibt, auf der ausgekühlte Patienten behandelt werden, dennoch auch 7 Hypothermie-Patienten behandelt haben. Das schwerwiegendste Problem ist das Schicksal der Tbc-Kranken. Von 642 Personen hat sich in 73 Fällen (11, 4 %) herausgestellt, dass sie an einer ansteckenden Tbc-Erkrankung leiden. Obwohl diese Patienten in den Krankenhäusern sofort in die Lungenstation aufgenommen werden müssen, betrug in unserem Krankenhaus die Behandlungszeit der Tbc-Patienten in dieser Zeit 1519 Tage. Die Untersuchung der ständig herumziehenden Obdachlosen ist sehr schwierig, ebenso auch die weitere Beobachtung der Tbc-Patienten. Man weiß, dass auf der ganzen Welt die Zahl der Tbc-Erkrankungen im Steigen begriffen ist und nicht nur Obdachlose betroffen sind. Aber aufgrund von schlechtem sozialen Umfeld, Mangelernährung und chronischem Alkoholgenuss bilden jedoch die Obdachlosen eine besonders gefährdete Gruppe. Dennoch trifft ihre Unterbringung auf der Lungenstation – unserer Erfahrung gemäß – auf sehr große Schwierigkeiten (was auch durch die obigen statistischen Angaben bestätigt wird). Wenn ein Obdachloser doch einmal ins Krankenhaus kommt, versucht man ihn so schnell wie möglich wieder loszuwerden (mit der Begründung, die Hausordnung verletzt zu haben, usw.), und die Behandlungszeit ist kürzer als die eines “Normalbürgers”. Wenn ein Obdachloser für nicht mehr ansteckend erklärt wird und aus dem Krankenhaus kommt, verliert sich seine Spur, seine Ernährung ist unregelmäßig, das Einnehmen der Medikamente kann nicht kontrolliert werden. Deshalb können die meisten nicht völlig gesund werden. Daher ist es kein Wunder, wenn wir immer mehr therapieresistenten Fällen begegnen.


Die Zahl der psychiatrisch Erkrankten wächst. Wenn unsere Patienten im Verlauf ihrer Pflege einen akuten psychotischen Schub erleiden, bringen wir sie – wenngleich dies nicht immer einfach ist – in einer Fachstation unter. Bis jetzt wurden die Fälle noch nicht in psychiatrischer Hinsicht aufgearbeitet, aber aufgrund unserer persönlichen Beobachtungen lässt sich sagen, dass 70-80 % der Obdachlosen die Symptome einer psychischen Krankheit aufweisen (Psychose, Demenz, verschiedene Persönlichkeitsstörungen, Neurosen, addiktologische Probleme, leichte bis schwere geistige Behinderung, usw.).


Hinsichtlich des Alters gibt es folgende Gruppen: Die Mehrheit (40 %) wird von den 40-50-Jährigen gebildet, sie wurden vorwiegend aufgrund des Abbaus von Arbeitsplätzen obdachlos oder kamen wegen einer Scheidung auf die Straße. Auch der Anteil der 50-60-Jährigen ist hoch (27%), und bedauerlicherweise ist in letzter Zeit auch die Zahl der über 60-Jährigen (13 %) angestiegen. Ein kleinerer Teil von ihnen hat die Wohnung verantwortungslos vergeudet, der größere Teil wurde der Familie zur Last oder konnte die Wohnung aufgrund von nicht ausreichender Rente nicht aufrecht erhalten. Auch junge Menschen sind in wachsendem Maße betroffen, teils aufgrund des fehlenden familiären Hintergrundes, teils aufgrund psychiatrischer Erkrankungen.


Probleme:

Ein nicht geringer Teil unserer Patienten wird in völlig verwahrlostem Zustand, mit schmutziger Kleidung und voller Parasiten aufgenommen. Leider befindet sich die Person in den meisten Fällen in alkoholisiertem Zustand mit verminderter Zurechnungsfähigkeit und mitunter auch fehlender Selbstkontrolle. Sie stellen für unser Pflegepersonal, das eine gewissenhafte Arbeit leistet, nicht nur eine Infektionsgefahr, sondern oftmals auch eine physische Gefahr dar.

Neben den Parasiten ist die größte Gefahr der Tbc-Erreger, denn im Kreis unserer Obdachlosen liegt der Anteil der Tbc-Kranken über dem allgemeinen Durchschnitt.

Die sichere Unterbringung von Personen, die nicht mehr in den Zustand der “Straßenfähigkeit” gebracht werden können, bringt nicht nur ernsthafte Schwierigkeiten mit sich, sondern ist oftmals sogar unmöglich.

Um eine reibungslose Arbeit zu ermöglichen, sind wir ernsthaft auf Geld- und Naturalspenden angewiesen (Bekleidung, Medikamente, Lebensmittel, usw.).