2017.11.20
Unsere Einrichtungen
13. június 2017.
Übergangswohnheim für Obdachlose mit besonderen Bedürfnissen

Träger: Karitativer Verein Oltalom

Name der Einrichtung: Übergangswohnheim für Obdachlose mit besonderen Bedürfnissen

Oberarzt: Dr. József Olasz

Leiter der Abteilung: Zoltán Albert

Adresse: H-1086 Budapest, Dankó utca 9
Telefonnummer: +36-1-210-5400/ App. 142

Anzahl der Plätze: 21



Auf Grund unserer Erfahrungen bei der Pflege von Obdachlosen können wir sagen, dass die Mehrheit von ihnen psychisch geschädigt ist. Sie versuchen aus der Perspektivlosigkeit mit Mitteln wie Alkohol und Drogen auszubrechen, diese verursachen jedoch gravierende, schwer therapierbare psychische und mentale Schäden. Auf Grund des drastischen Abbaus von Psychiatrieplätzen und der Mangelhaftigkeit eines Nachsorgenetzes geraten viele Psychiatriepatienten in die Obdachlosigkeit.

Gemäß unseren Beobachtungen ist die Mehrheit der Obdachlosen alkoholabhängig. Mindestens 30% dieser Menschen leiden an den daraus resultierenden körperlichen (Schädigungen der Leber und des Nervensystems) und psychisch-mentalen Symptomen (Personopathie, Delyrium, Praedelyrium, atrophya cerebri,-cerebelli).

Unabhängig von der Ursache für diese mentalen Veränderungen stellen diese Menschen die hinfälligste und ausgeliefertste Schicht in der “Gesellschaft der Obdachlosen” dar.


Als wir begannen, die medizinische Versorgung der Obdachlosen zu organisieren, haben wir den Beschluss gefasst, uns dieser nicht kleinen Gruppe mit besonderer Aufmerksamkeit zuzuwenden, denn sie befinden sich auch innerhalb der Gesellschaft der Obdachlosenin einer besonderen Lage. Sofern es noch möglich ist, lassen wir ihnen Rehabilitation zukommen. Wenn dies nicht mehr möglich ist, dann müssen wir ihnen auf Grund ihrer besonderen Bedürfnisse mehr Schutz und Zuwendung geben.

Bei der Obdachlosenversorgung verfügen wir über einen langjährigen umfangreichen Erfahrungshintergrund. Wir haben ein ambulantes sowie stationäres medizinisches Zentrum geschaffen, in dem ein Team medizinischer Fachleute arbeitet, die beachtliche Erfahrungen und Ergebnisse bei der körperlich-seelischen Heilung der Obdachlosen erworben haben.

Um den Obdachlosen in ihrer Situation helfen zu können, haben wir auch gut funktionierende Programme anderer Länder studiert. Auch uns fehlt es nicht an guten Ideen, bei deren Realisierung jedoch die niedrige staatliche Finanzierung und der Mangel an finanziellen Mitteln ein ernsthaftes Hindernis darstellen.


Mindestens 40% der in unserem 30-Betten-Krankenhaus behandelten Patienten gehören zu der Gruppe der am meisten gefährdeten obdachlosen Menschen. Trotz unserer begrenzten Möglichkeiten kümmern wir uns neben der Heilung der evidentesten körperlichen Krankheiten auch um die Behandlung der psychisch-mentalen Probleme. Dabei war uns unser hervorragender Mitarbeiter und Psychiater Dr. István Samu, der über jahrzehntelange Erfahrungen in der Rehabilitation verfügt, eine große Stütze. Herr Oberarzt Samu hat sich im Sommer diesen Jahres verabschiedet und seinen wohlverdienten Ruhestand angetreten. Die Arbeit wird von der Fachärztin für Psychiatrie Dr. Judit Jánosik fortgesetzt.

 

Im Jahr 2003 erhielten wir die Möglichkeit für die Spezialpflege von 21 Personen und konnten mit Hilfe von Fördergeldern neben unserem bereits bestehenden Krankenhaus eine Spezialstation einrichten. (Oberarzt Dr. Samu hatte in den 1980-er Jahren eine solche Pflegeeinrichtung im XVI. Budapester Bezirk ins Leben gerufen).

Den medizinisch-fachlichen Hintergrund dieser Arbeit bildet die Versorgung von stationären und ambulanten Patienten in unserem Zentrum in der Dankó utca 9.


A
uch die Möglichkeit therapeutischer Beschäftigung ist vorhanden. Seit Jahren nehmen die Patienten unseres Krankenhauses handwerkliche Therapieprogramme mit gutem Erfolg in Anspruch.


Eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der Chancen bzw. zur Realisierung einer Um- und Weiterbildung von noch rehabilitierbaren Personen gibt es in unserer gemeinsam mit dem Blauen Kreuz in Györköny (Komitat Tolna) betriebenen addiktologischen Rehabilitationsabteilung.

Wir haben die Hoffnung, dass die Fähigkeit einer selbständigen Lebensführung auch bei unseren obdachlosen Psychiatriepatienten soweit entwickelt werden kann, dass im weiteren Verlauf mit fallweiser Kontrolle beziehungsweise gerinfügiger sozialarbeiterischer Hilfe ihre Hilflosigkeit abnimmt und ihre Chance auf ein eigenständiges Leben wächst.


Ein eigens dafür arbeitender Sozialarbeiter kümmert sich die Angelegenheiten der Stationsbewohner und hilft ihnen, ihre Beziehung zur Gesellschaft und zu ihren eigenen Wurzeln zu pflegen.


Bei Zuständen, die sich durch Alkoholabhängigkeit entwickelt haben, ist eine wesentliche Verbesserung dann zu erhoffen, wenn unter einer sorgfältigen Therapie auch noch nach zwei Jahren die Hoffnung auf weitere wesentliche Verbesserung besteht, selbstverständlich nur dann, wenn die auslösende Ursache (Alkohol) beseitigt wurde!

Da die dauerhafte und endgültige Unterbringung der Psychiatriepatienten kaum gelöst ist (ca. 7 Jahre Wartezeit), stellt die oben beschriebene Pflege die einzige Überlebenschance bis zu dem Zeitpunkt dar, dass eine dauerhafte Unterbringung gefunden wird. In manchen Fällen wird diese vielleicht sogar gar nicht mehr benötigt.


Es kommen immer wieder neue Patienten auf die Station. Es gibt drei Mahlzeiten am Tag. Die Untersuchung des Gesundheitszustandes beziehungsweise die Aufstellung des Therapieplanes erfolgt in der Reihenfolge der Ankunft. Die Patienten werden durchgehend ärztlich und pflegerisch betreut. Sie nehmen einmal wöchentlich an kreativen und therapeutischen sowie Gruppenprogrammen teil. Die Arbeit wird auch von einem Physiotherapeuten unterstützt. Gleichfalls mit therapeutischem Ziel organisieren wir kulturelle Programme und Ausflüge.